calcio e caffé V – 24h a Napoli
Caffè, Calcio e Cucina.
Einleitung
Jänner 2025.
Gerade erst von unserem Japan- und Südkorea-Urlaub zurückgekommen, sollte es mich nicht allzu lange in der Heimat halten. Fast genauso wie der obligatorische Udine-Trip einmal pro Saison, sollte für mich eigentlich auch ein Auswärtsspiel beim SSC Napoli zu den Pflichtbesuchen einer Saison gehören. Nicht aufgrund der großen Rivalität und der damit verbundenen hitzigen Atmosphäre im Stadion – Neapel ist schlichtweg meine Lieblingsstadt in Italien. Und so würde ich jede Gelegenheit nutzen, wieder hierherzukommen. Umso mehr, wenn ich meine Alte Dame dorthin begleiten darf.
Aufgrund der perfekten Ansetzung – Samstag um 18:00 Uhr – war ich sogar in der Lage, perfekte Flüge für dieses Spiel zu finden. Der Hinflug sollte am Spieltag um 6:30 Uhr von Wien starten, der Rückflug am nächsten Tag um 14:00 Uhr. Also ein perfekter Wochenendtrip mit genügend Zeit, den Samstag bis zum Spiel und auch den Sonntagvormittag zu nutzen, um den typischen Napoli-Vibe aufzusaugen.
Viel Zeit für Sightseeing blieb somit nicht. Aber darum geht es für mich in Napoli auch gar nicht. Diese Stadt bedeutet für mich Entschleunigung. Von Bar zu Bar zu spazieren, die besten Espressi der Welt zu genießen und zwischendurch natürlich auch in die berüchtigte neapolitanische Küche einzutauchen. Und das alles direkt am Meer. Im Grunde alles, was es für mich für ein perfektes Wochenende braucht.
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Tag in Napoli
Und genau das war heute meine Mission – und davon sollte ich auch nicht abweichen. Die Verspätung meines Fluges bescherte mir zwei Stunden zusätzlichen Schlaf. Einen besseren Start in mein Wochenende hätte ich mir gar nicht erträumen können. So ging mein Flug nun erst um 8:20 Uhr, wodurch ich um 10:00 Uhr, halbwegs ausgeschlafen, den Flughafen Neapel verlassen konnte.
Da ich bei meinem ersten Neapel-Aufenthalt gelernt hatte, mich nicht auf die Buslinien in Richtung Innenstadt zu verlassen, entschied ich mich dieses Mal dazu, den Fußmarsch direkt anzutreten, anstatt meine Zeit mit der Wartezeit auf einen Bus zu verschwenden, der ohnehin nicht kommen würde. Napolis Flughafen liegt etwas außerhalb, trotzdem ist man zu Fuß in knapp einer Stunde bereits in der Innenstadt. Zu Beginn führt der Weg teilweise durch etwas rauere Gegenden, doch schon bald geht es entlang mehrerer Hauptstraßen, wo man den lebhaften Alltag Neapels bereits spüren kann. Ich nutzte den Spaziergang außerdem dazu, so viel Sonne wie möglich aufzunehmen und die gemäßigten Temperaturen des italienischen Winters zu genießen. Umso froher war ich, dem grauen, tristen Wien des Jänners – wenn auch nur kurz – entfliehen zu können.
Dieses schöne Wetter wollte ich nutzen und einfach durch die Stadt spazieren, ohne groß Sehenswürdigkeiten anzupeilen. Einfach durch die Stadt, bis hin zum Meer und anschließend Richtung Stadion. Mein erstes Ziel war es jedenfalls, direkt eine Espressobar zu finden. In Napoli tatsächlich eine sehr einfache Aufgabe. Ohne Recherche oder groß zu überlegen, kann man die nächste aufsuchen und sich sicher sein, einen unglaublich guten, sehr intensiven Caffè zu bekommen – und das zu einem sehr fairen Preis von meist rund einem Euro. Auch dieses Mal sollte es so sein. Übermotiviert und voller Vorfreude entschied ich mich direkt für einen Doppio, was mir bei meinen folgenden Kaffeepausen durchaus noch zum Verhängnis werden sollte. Geschmeckt hat er jedenfalls.

Weiter in Richtung Innenstadt passierte ich zufälligerweise die Porta Capuana, die durchaus schön anzusehen war. Doch bereits zuvor, und je weiter man in die Innenstadt kommt, fällt einem immer mehr das ins Auge, was für mich Neapel ausmacht. Die gesamte Stadt atmet die SSC Napoli – und das sieht man an jeder Ecke. Überall findet man Graffitis und Malereien von Maradona, an den Wäscheleinen und Balkonen hängen Napoli-Trikots. Die ganze Stadt lebt diesen Verein, in einem Ausmaß, wie ich es noch nirgends erlebt habe. Auch deshalb finde ich diese Stadt so sympathisch.


Bereits in der Altstadt angekommen, entdeckte ich sogar den Barber der Napoli-Stars. Dort könnte man sich vermutlich die Frisur seines Idols verpassen lassen. Für mich als Juventino natürlich keine Option.

Mich trieb es somit weiter über die Spaccanapoli, eine, wenn nicht sogar die bekannteste Straße Neapels. Hier braucht es eine gewisse Willensstärke: Egal, wohin man sieht, gibt es etwas Leckeres zu essen. Von süß bis herzhaft ist alles dabei.

Da es mittlerweile bereits Mittagszeit geworden war, suchte ich mir in der Altstadt eine Pizzeria. Auch hier, ähnlich wie bei der Caféwahl, ist es womöglich gar nicht möglich, eine schlechte Wahl zu treffen. Ich versuchte aber dennoch, etwas fernab der touristischen Straßen eine kleine Pizzeria zu finden – und wurde auch schnell fündig.
Die Preise waren schockierend niedrig und so setzte ich mich direkt in das urige Restaurant. Ich bestellte mein Go-to in Napoli und auch generell: eine Bufalina mit Napoli-Salami. Die Pizza war einfach, puristisch, aber genau das, was sie sein soll – ein ehrliches, gutes Mittagessen.



Zufrieden ging es für mich weiter durch die Altstadt, bis ich nach einem weiteren Espresso beim Castel Nuovo rauskam. Auch die Piazza del Plebiscito war nicht weit entfernt. Ich ließ mich ein weiteres Mal in eine Espressobar verleiten und bewegte mich, leicht zittrig vom Koffein, Richtung Promenade, wo ich mich hinsetzte und das Meer etwas auf mich wirken ließ.



Etwas Zeit war auch hier vergangen. Es war angenehm und ruhig, und zu dieser Zeit waren kaum Touristen in Neapel unterwegs. Ich spazierte entlang der Promenade bis zur Metro, die mich Richtung Unterkunft bringen sollte, welche tatsächlich unmittelbar beim Stadio Diego Armando Maradona lag.


Unterkunft
Ich entschied mich für das Campi Flegrei House, nur etwa zehn Gehminuten vom Stadion entfernt. Ich hatte mich auch deshalb für die Unterkunft entschieden, weil ich aufgrund der Lage des Auswärtssektors davon ausging, dass die Polizei den Auswärtsblock nach dem Spiel über die Straße aus dem Stadion führen würde, die direkt an der Unterkunft vorbeiging. Glücklicherweise ging dieser Poker genau so auf. Nicht nur war es angenehm, nach dem Spiel möglichst schnell in der Unterkunft zu sein, ich wollte auch nicht riskieren, mit Juventus-Schal in Neapel herumirren zu müssen.
Preislich war die Unterkunft mit 63 € über Booking noch im Rahmen, für meine Verhältnisse aber doch eher gehoben. Der saubere Eindruck auf den Bildern, ein eigenes Badezimmer und natürlich die perfekte Lage für einen Stadionbesuch waren für mich schließlich Argument genug, über Booking.com zu buchen [über Booking.com zu buchen].
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Direkt bei meiner Ankunft wurde ich statt einer normalen Begrüßung mit einem „Napoli o Juve?“ und einem verschwitzten Grinsen empfangen. Ich antwortete standesgemäß mit „Juve“, wodurch ich mir einige Seitenhiebe auf Italienisch, gepaart mit wilden Gesten, gefallen lassen musste. Alles mit einem Augenzwinkern – und dadurch umso sympathischer.
Trotz unserer ideologischen Differenzen wurde mir anschließend mein gebuchtes Zimmer gezeigt. Am nächsten Morgen bekam ich sogar einen Kaffee aus der Bialetti. Auch eine kurze Unterhaltung über das gestrige Spiel durfte natürlich nicht fehlen. Hatte der Gastgeber nach dem 2:1-Erfolg seiner Napoli schließlich auch gut lachen.
Der Aufenthalt war wirklich sehr angenehm. Die Unterkunft war sauber und bot alles, was man braucht, ohne jeglichen Luxus. Der Gastgeber war, wie bereits beschrieben, sehr freundlich und gesellig, ohne dabei aufdringlich zu sein. Von meiner Seite also eine klare Empfehlung, sollte man einen Stadionbesuch in Neapel planen.
Matchday
Das Spiel sollte um 18:00 Uhr starten und so machte ich mich vor dem Spiel noch auf die Suche nach einem Restaurant in Stadionnähe. Überraschenderweise hielt sich die Auswahl in Grenzen, waren doch einige der Restaurants geschlossen.
So stieß ich auf die Pizzeria Osteria Barone, welche zwar vollkommen leer war, die Vielzahl an Personal ließ mich aber vermuten, dass sie geöffnet hatte. Nach kurzer Nachfrage wurde mir auch gleich ein Tisch im Außenbereich zugewiesen.
Ich entschied mich, wie schon zu Mittag, für dieselbe Pizza. Dieses Mal sollte sie allerdings in einer moderneren Ausführung und so, wie man sie wohl erwarten würde, serviert werden. Wieder ausgezeichnet. Abgerundet wurde der Restaurantbesuch mit einem kleinen Tiramisu in Begleitung eines Caffè. Die perfekte Einstimmung auf das Match.


Das eigentliche Highlight dieses Restaurantbesuchs war allerdings die Kellnerin, die mich relativ früh fragte, ob ich denn später zum Spiel gehen würde. Trotz meiner geringen Italienisch- und ihrer überschaubaren Englischkenntnisse konnten wir uns irgendwie verständigen und so entlockte sie mir, dass ich als Juventino in den Settore Ospiti gehen würde. Die Reaktion kannte ich bereits von meinem Unterkunftsgastgeber. Wild gestikulierend verschwand sie wieder im Inneren des Restaurants. Kurz darauf kamen noch zwei, drei weitere Mitarbeiter und fragten nach, ob ich tatsächlich Juventino sei.
Nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass die Musik lauter wurde. Nach noch kürzerer Zeit bemerkte ich, dass es die Napoli-Hymne war und diese offenbar auf volle Lautstärke aufgedreht wurde. Da ich zu diesem Zeitpunkt der einzige Gast war, widmete man mir scheinbar einen besonderen Service. Fast die gesamte Belegschaft fand sich schließlich vor meinem Tisch ein und tanzte hämisch zur Napoli-Hymne.
Nachdem ich zu Beginn doch etwas überrascht und überrumpelt war, erkannte ich schnell, dass auch das, wie schon zuvor, mit einem Augenzwinkern zu verstehen war. Ein abschließendes „Möge der Bessere gewinnen“ – in einem italienisch-englischen Mix – und ein Lächeln sämtlicher Beteiligter ließen schließlich jede böse Absicht verblassen. So verschwanden sie nach Ende der Hymne auch wieder und ließen mich in Ruhe meine Pizza genießen. Die Wartezeit war durch die kleine Showeinlage jedenfalls wie im Flug vergangen. Und das Essen war ebenfalls top.
Nach einer kurzen, herzlichen Verabschiedung und einem „Viel Glück“ ging es für mich nun Richtung Auswärtssektor.
Dort angekommen, fand ich mich ziemlich schnell in der gewohnten langen Warteschlange wieder. Ich war gut eine Stunde und 15 Minuten vor dem Anpfiff angekommen und hatte dadurch keinen Stress.

Irgendwann war ich dann doch durchgekommen und wurde nach drei (!) Sicherheitskontrollen auch bei der dritten Kontrolle herausgezogen. Ich hatte in meiner Bauchtasche eine Powerbank und mein Ladegerät, was dem Sicherheitsbeauftragten gar nicht schmeckte. Auf die Nachfrage, wo ich diese Gegenstände abgeben könnte, zeigten die Ordner nur auf einen kleinen Parkplatz neben dem Eingang. Völlig ungesichert. Dort lagen bereits weitere verbotene Gegenstände sowie vereinzelt Schals und Fahnen.
Da mir keine andere Wahl blieb, versuchte ich dort den besten Platz zu finden und meine Powerbank irgendwo halbwegs zu verstecken, was auf einer offenen Fläche gar nicht so einfach war. Wichtig zu erwähnen ist, dass ich zu dieser Zeit mit einem sehr alten Handy unterwegs war, mit entsprechend schlechter Akkuleistung. Ich war also auf meine Powerbank angewiesen und entsprechend nervös machte mich dieser Umstand. Schließlich hätte sich dort jeder bedienen können.
Ich versuchte, mir davon die Stimmung aber nicht vermiesen zu lassen, und machte mich durch Gate 26 auf zu meinem Platz am oberen Ende des Auswärtssektors. Mir war bewusst, dass ich beim Ticketkauf zu spät dran war und eines der letzten Tickets ergattern konnte, die Verfügbarkeit auf Ticketone war schließlich bereits auf very low und mit roter Farbe versehen. Umso glücklicher war ich, dass überhaupt noch ein Ticket bekommen konnte, wenn auch am letzten Ende des Sektors.
Hier kann ich jedenfalls empfehlen, vorab ausfindig zu machen, wann der Ticketverkauf startet, um dann rechtzeitig online zu sein und sich ein Ticket zu sichern. Vor allem Topspiele können üblicherweise schnell ausverkauft sein [über Ticketone.it kaufen].
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Voraussetzung um ein Ticket für den Auswärtssektor in Italien bekommen zu können, zumindest bei Juve, ist eine Juventus Fidelity Card. Diese kostet 10€ für eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Dessen Code braucht man, um auf Ticketone zu den Tickets zu kommen bzw. um ein Ticket kaufen zu können. Für mich ein must have, da man teilweise in Italien für ein Sitzplatzticket einen Wohnsitz in der jeweiligen Provinz des Heimvereins benötigt. So war es bspw. in Parma, ohne Zugang zum Settore Ospiti hätte ich so das Spiel gar nicht live erleben können.
Ich kam aus dem Staunen gar nicht heraus, endlich im Stadion angekommen zu sein. Das Stadio Diego Armando Maradona war schließlich ein weiteres altehrwürdiges Stadion, das ich unbedingt besuchen wollte und das ganz oben auf meiner Liste stand.
Entsprechend versuchte ich, diesen Moment wertzuschätzen, mich auf meinem Platz niederzulassen und einfach die Atmosphäre zu genießen. Direkt neben dem Away-Sektor grenzte die zweite Kurve der Napoli-Tifosi an, wodurch bereits vor Spielbeginn einige Nettigkeiten ausgetauscht wurden und auch im Laufe der Partie für eine hitzige Stimmung sorgen sollten.

Die Hauptkurve von Napoli befand sich am gegenüberliegenden Ende. In mehreren Momenten waren die einzelnen Fantribünen allerdings kaum auszumachen, da vor allem rund um die Tore das gesamte Stadion in einen Ausnahmezustand verfiel. Man merkte, wie sehr der Verein jedem einzelnen Fan im Stadion am Herzen lag.

So wie das Stadion als Ganzes war auch der Auswärtssektor ausverkauft und mit solidem Support vertreten. Dieser hatte auch auf Juve-Seite einige Höhepunkte und war sicher eine der besseren Leistungen der schwarz-weißen Tifosi, die ich live miterleben durfte.

Bedingt durch die Laufbahn befindet man sich allerdings doch ziemlich weit vom Spielfeld entfernt. Das hatte zusätzlich den Effekt, dass die Stimmung wohl die letzten paar Prozent nicht erreichen konnte, obwohl die Fans dies mit Sicherheit hergegeben hätten.
Das Spiel war eher chancenarm und wenn, dann war Napoli am Drücker. Umso überraschender war es, dass Kolo Muani, der gerade zwei Tage zuvor zu Juve gewechselt war und neben den Medizinchecks vermutlich noch nicht allzu viel Zeit in Turin verbracht hatte, kurz vor der Halbzeit zum 1:0 einnetzte und die Juventini in Ekstase versetzte.
Dabei blieb es leider nicht. Napoli konnte das Spiel noch auf 2:1 drehen. Ohne Punkte ging es somit für Juve wieder zurück nach Hause und auch für mich langsam Richtung Unterkunft.
Komischerweise war ich trotz der Niederlage durchwegs gut gelaunt. Ich war schließlich froh, das Stadio Diego Armando Maradona bei einem Torerfolg und einem Heimsieg erleben zu dürfen. Diese stimmungsvolle und hocheuphorische Erfahrung möchte ich nicht missen. Hätte ich mir doch ein anderes Spiel ausgesucht als jenes gegen meine Juve.
Nach der üblichen einstündigen Wartezeit, bevor man aus dem Auswärtssektor herausgelassen wurde, wurde der gesamte Block weiterhin von der Polizei begleitet. Da der Ausgang woanders war, als ich ins Stadion gegangen war, musste ich mich neu orientieren und herausfinden, wo meine Powerbank deponiert war.
Ich versuchte mich kurz aus der Polizeieskorte zu entfernen und fand auch relativ schnell Gate 26 und zum Glück auch meine unbeaufsichtigten Gegenstände. Ich hängte mich dem Mob wieder an und folgte der Polizei noch ein paar Minuten bis zum Straßenende, welches direkt bei meinem Apartment enden sollte.
Vor dem Straßenende musste man wiederum rund 20 Minuten warten, bis man freigelassen wurde und ich auf der anderen Straßenseite in meine Unterkunft konnte. Mein bislang längstes Prozedere nach einem Spiel. Aufgrund der Rivalität zwischen Juve und Napoli aber absolut verständlich – und ich war froh, wieder heil in meinem Zimmer angekommen zu sein.
Vormittag und Heimreise
Der nächste Morgen begann für mich mit einem Kaffee in der Küche des Hosts und einem kurzen gemeinsamen Revuepassieren des gestrigen Spiels. Schließlich hatte er das Spiel natürlich auch selbst geschaut, allerdings lediglich im TV. Aufgrund der unmittelbaren Nähe dürfte er die Stadionatmosphäre aber doch bis auf seinen Balkon gespürt haben.
Da mein Weg zurück in die Innenstadt direkt am Schauplatz des gestrigen Abends vorbeiführte, ließ ich das Stadion noch einmal in aller Ruhe auf mich wirken.

begab ich mich in den nächsten Conad, wo ich mir ein Pizzastück zum Frühstück holte und meinen Rucksack mit Kaffeebohnen füllte. Schließlich kostete das Kilo einer meiner Lieblingsmarken, „Kimbo“, nur rund 12 €. Auch eine Packung Passalacqua durfte natürlich nicht fehlen.

Ich wollte den Vormittag und das angenehme Wetter nutzen und wieder zum Flughafen spazieren. Vom Stadion aus war es mir mit fast drei Stunden dann aber doch zu weit und so fuhr ich mit der Metro rund 30 Minuten bis Napoli Centrale und spazierte von dort die restlichen 55 Minuten. Den Weg kannte ich ja bereits bestens.
Auf dem Weg stoppte ich noch bei dem einen oder anderen Supermarkt sowie in einer Espressobar, bis ich in einem Café kurz vor dem Flughafen mit einer klassischen Sfogliatella Aragosta und einem letzten Cappuccino auch meinen persönlichen Abschluss mit diesem wunderschönen Wochenende fand.

Fazit
Ein Wochenende, welches besser nicht hätte sein können – ausgenommen vom Endergebnis des Spiels am Samstagabend. Ich konnte endlich wieder in die Atmosphäre Napolis eintauchen, seine Küche und seinen Kaffee genießen. Gepaart mit dem guten Wetter, einem hitzigen italienischen Spitzenspiel zweier Rivalen und einem für mich wiederum neuen Stadion ergab das ein perfektes Wochenende.
Ich kann diese Art von Reise tatsächlich jedem empfehlen, der italienische Küche, Kaffee und auch den Fußball liebt. Aus meiner Sicht verbindet Neapel genau diese drei Dinge. Kein Wunder also, dass mich diese Stadt wieder einmal verzaubert hat und ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal hier gewesen sein werde. Beim nächsten Auswärtsspiel von Juve werde ich, sollte es sich organisatorisch wieder so umsetzen lassen, jedenfalls wieder vor Ort sein – und auch wieder dieselbe Unterkunft wählen.
Für diejenigen, die zum ersten Mal nach Neapel reisen, würde ich allerdings empfehlen, durchaus mehrere Tage zu bleiben. Denn Neapel und generell die Region rundherum haben sehr viel zu bieten. So waren wir beispielsweise bei unserem ersten Besuch am Vesuv, der auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Neapel aus zu erreichen ist und eine wunderschöne Aussicht über die Stadt und ihre Küste bietet.
Auch kulinarisch würde ich empfehlen, sich nicht wie ich an diesem Wochenende ausschließlich auf die neapolitanische Pizza zu versteifen. Natürlich ist sie ein Muss, aber Neapels Küche hat daneben noch so viel mehr zu bieten. Beim letzten Besuch hat mich beispielsweise die Pasta e patate con provola mehr als abgeholt. Bis heute eines meiner liebsten Pastagerichte – und eines, das ich mittlerweile auch zu Hause nachgekocht habe.
Zusammengefasst bleibt zu sagen, dass Neapel sehr viel zu bieten hat. Die klassischen Sehenswürdigkeiten sind für mich in dieser Stadt allerdings tatsächlich maximal zweitrangig. Es ist die Atmosphäre, der Vibe und dieses ganz eigene Lebensgefühl, die Neapel für mich ausmachen. Und genau deshalb bleibt die Stadt auch nach diesem Wochenende weiterhin meine Lieblingsstadt in Italien.
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