calcio e caffé III
Tarvisio, Udine und Triest – mit dem Klimaticket über die Alpen nach Italien und in die Serie A.
Einleitung
März 2026.
Udine auswärts. Für mich als Juventus-Fan, der in Österreich lebt, eigentlich ein Fixtermin in jeder Serie-A-Saison. Und doch lag mein letzter Besuch in Udine bereits fast fünf Jahre zurück. Das damalige 2:2 am 22. August 2021 sollte nicht nur für mich das letzte Spiel in Udine gewesen sein. Es war zugleich eines der letzten Spiele von Cristiano Ronaldo im Trikot von Juventus, bevor er zu Manchester United wechselte.
Umso aufregender war es damals für mich, einen der größten Spieler aller Zeiten noch einmal live erleben zu dürfen. Die Dramaturgie hätte kaum perfekter sein können: Beim Stand von 2:2 köpfte CR7 in der Nachspielzeit vermeintlich das 3:2 und setzte direkt vor meiner Tribüne seinen ikonischen Torjubel an. Obwohl es auf dem Papier ein Auswärtsspiel war, hallte ein lautes „Siiuuu“ durch die damalige Dacia Arena. Momente später realisierten das Stadion und wohl auch Ronaldo selbst, dass das Tor aufgrund einer knappen Abseitsstellung aberkannt worden war. Die gesamte Szene rund um den vermeintlichen Siegtreffer ist für mich bis heute unvergessen und tröstete mich damals zumindest ein wenig über den verpassten Auswärtssieg hinweg.
Ronaldo bei Juventus war inzwischen längst Geschichte. Für mich war es jedoch höchste Zeit, die wohl unkomplizierteste Möglichkeit zu nutzen, ein Serie-A-Spiel und meine Bianconeri live zu erleben, und beim nächsten Gastspiel in Udine wieder vor Ort zu sein. Am 14. März 2026 war es schließlich so weit. Während ich die Reise 2021 noch mit dem Auto aus meiner damaligen Heimat Oberösterreich angetreten hatte, wollte ich diesmal die gute Zugverbindung von Wien nach Udine nutzen.
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Route im Überblick
| Tag | Route | Programm |
|---|---|---|
| Freitag, 13.03.2026 | Wien → Tarvisio → Udine | Anreise mit dem Klimaticket bis Tarvisio, Wanderung durch das Orrido dello Slizza, Weiterfahrt mit Trenitalia nach Udine |
| Samstag, 14.03.2026 | Udine → Triest → Udine | Tagesausflug nach Triest, Rückfahrt nach Udine, Serie-A-Spiel Udinese gegen Juventus |
| Sonntag, 15.03.2016 | Udine → Tarvisio → Wien | Spaziergang durch Udine, Mittagessen + Gelato, Heimreise über Tarvisio nach Wien |
Anreise
Von Wien gäbe es mit der ÖBB sogar einen Direktzug nach Udine. Da ich im Besitz eines Klimatickets bin, mit dem man in ganz Österreich öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann, bedeutete das für mich, dass ich bis zur italienischen Grenze kostenlos fahren konnte und lediglich die Strecke in Italien bezahlen musste.
Ich versuche bei meinen Reisen, die Fixkosten so gering wie möglich zu halten. Deshalb prüfte ich die Möglichkeit, bereits am Grenzbahnhof Tarvisio umzusteigen und mit Trenitalia weiter nach Udine zu fahren. Da Udine relativ grenznah liegt, ist die Stadt von Tarvisio aus in rund einer Stunde mit dem Zug erreichbar. Und tatsächlich: Statt knapp 25 € mit der ÖBB kostete das Ticket mit der italienischen Bahn nur rund 7 € pro Richtung. Da ich gemeinsam mit meiner Verlobten unterwegs war, bedeutete das eine Ersparnis von fast 70 € für die Hin- und Rückreise – also ein absoluter No-Brainer.
Das einzige Problem war, dass wir in Tarvisio fast drei Stunden Aufenthalt hatten, bevor der günstigere Zug weiter nach Udine fuhr. Da Tarvisio mitten in den Julischen Alpen liegt, kam mir die Idee, diese Zeit mit einer kleinen Wanderung sinnvoll zu nutzen. Nach kurzer Recherche stieß ich auf den Wanderweg „Orrido dello Slizza“. Die Bilder auf Google Maps mit kristallklarem Wasser und einer beeindruckenden Schlucht mitten in der Natur hatten mich sofort überzeugt – die Planung der Anreise war damit abgeschlossen.
„Orrido dello Slizza“
Unsere Reise startete am 13. März 2026 in Wien. Nach dem ersten Teil der Anreise erreichten wir nach 4 Stunden und 10 Minuten Zugfahrt Tarvisio, wo uns direkt die Frühlingssonne begrüßte. Perfektes Wanderwetter. Nach intensiven Wochen in Wien war es außerdem genau das Richtige, der Stadt für ein paar Stunden zu entfliehen und in der Natur abzuschalten.
Wie bereits vorab recherchiert, machten wir uns vom Bahnhof aus auf den Weg zum Startpunkt der Wanderung. Glücklicherweise liegt dieser praktisch direkt vor dem Bahnhof. Nach rund zehn Minuten entlang einer asphaltierten Straße und einem kurzen Waldweg erreichten wir den Ausgangspunkt, eine durchaus sehenswerte Statue. Als Navigationsziel in Google Maps verwendete ich „Passeggiata presso l’orrido dello Slizza“, was problemlos funktionierte.



Vom Startpunkt führt zunächst ein Steig bergab bis hinunter zum Fluss. Anschließend verläuft der hervorragend präparierte und gepflegte Wanderweg entlang des glasklaren Wassers der Slizza-Schlucht. Die Strecke ist größtenteils flach und steigt nur stellenweise leicht an. Dadurch ist die Wanderung auch für ungeübte Wanderer ohne besondere Ausrüstung gut geeignet. Allein die beeindruckende Natur macht sie aber ohnehin für jeden Naturliebhaber empfehlenswert.



Nach gut eineinhalb Stunden, inklusive mehrerer Pausen, um die Sonne und das Rauschen des Flusses zu genießen, erreichten wir das Ende des Wanderwegs. Von dort könnte man über die Straße direkt zum Bahnhof zurückwandern und so einen schönen Rundweg daraus machen. Wir entschieden uns jedoch, noch etwa zehn Minuten weiter in den Ort zu spazieren und im Restaurant „Al Lepre“ auf ein Tiramisu und einen Caffè einzukehren.
Von dort waren es noch rund 20 Minuten zu Fuß zurück zum Bahnhof, von wo unser Zug pünktlich Richtung Udine abfuhr.
Unterkunft
Nach einer Stunde Zugfahrt erreichten wir Udine und machten uns direkt zu Fuß auf den Weg zu unserer Unterkunft. Über Booking.com entschieden wir uns für die Unterkunft „Casa GopNa“, die aufgrund der insgesamt eher geringen Auswahl, der guten Anbindung und eines aus unserer Sicht fairen Preises die beste Option war. Sie liegt rund 25 Minuten zu Fuß beziehungsweise zehn Minuten mit dem Bus vom Bahnhof Udine entfernt. Dank der Bushaltestelle direkt vor der Haustür ist auch das Stadion in etwa 15 Minuten bequem erreichbar. Preislich lag die Unterkunft mit 110 € für zwei Personen und zwei Nächte ebenfalls im Rahmen. Gebucht hatten wir ein Privatzimmer mit Balkon und Gemeinschaftsbad [über Booking.com zu buchen].
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Ehrlicherweise hatte ich vor dem Check-in etwas Bauchschmerzen, da die Zimmer auf den Bildern im Internet aus meiner Sicht nicht besonders einladend wirkten. Die übrigen Kriterien überwogen jedoch, weshalb wir uns trotzdem für die Unterkunft entschieden.
Vor Ort wurde ich dann positiv überrascht. Die Wohnung war sauber und minimalistisch eingerichtet, sodass man sich sofort wohlfühlte. Meiner Meinung nach werden die Bilder im Internet der tatsächlichen Unterkunft nicht gerecht. Besonders der Balkon hat uns sehr gefallen.
Auch der Check-in verlief reibungslos. Für einen Groundhopping-Trip nach Udine oder auch einen kurzen Städtetrip kann ich die Unterkunft daher uneingeschränkt empfehlen.
Da wir nach der Anreise und der Wanderung am Abend bereits ziemlich erschöpft waren, entschieden wir uns, eine Pizza zu bestellen. Bei angenehmen Temperaturen ließen wir den Tag schließlich gemütlich auf dem Balkon ausklingen.
Triest
Am nächsten Tag wurden wir direkt am Morgen vom Wetterbericht überrascht, der für Udine den ganzen Tag Regen vorhersagte. Da das Spiel erst um 20:45 Uhr angepfiffen wurde, hatten wir noch genügend Zeit, die wir ursprünglich in Udine verbringen wollten.
Nach kurzer Recherche stellten wir fest, dass das Wetter im nur etwa eine Stunde entfernten Triest deutlich besser sein sollte. Kurzerhand entschieden wir uns deshalb für einen Tagesausflug in die Stadt des Kaffees. Natürlich mussten wir rechtzeitig nach Udine zurückkehren, schließlich wollten wir das eigentliche Highlight der Reise am Abend keinesfalls verpassen.
Auf dem Weg zum Bahnhof ließen wir es uns natürlich nicht entgehen, klassisch italienisch zu frühstücken. Dafür kehrten wir in der Pasticceria Gastronomia Lorusso ein und dippten unser Cornetto in den Cappuccino. Für mich gab es zusätzlich noch eine Focaccia, um die Sättigung länger als 30 Minuten anhalten zu lassen.

Zwischen wunderschön blühenden Bäumen, die an Tokio zur Kirschblütenzeit erinnerten, ging es weiter Richtung Bahnhof, wo wir uns im Bahnhofscafé noch einen schnellen Espresso genehmigten.


In Triest angekommen, wurden wir tatsächlich von strahlendem Sonnenschein empfangen. Wir hatten also alles richtig gemacht.
Den Tag nutzten wir, um entspannt durch die Stadt zu spazieren, die Meeresluft zu genießen und die traditionelle Küche kennenzulernen. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Piazza Unità d’Italia direkt am Meer oder dem Molo Audace, der weit in die Adria hinausragt, beeindruckte mich vor allem die Architektur der Stadt. Der Einfluss der Habsburgermonarchie ist bis heute unverkennbar. Die Gebäude im Wiener Stil gefielen uns als Wahlwienern natürlich besonders gut. Die klassische Wiener Architektur, die historischen Kaffeehäuser und der venezianische Einschlag verleihen Triest einen außergewöhnlichen Charakter.


Mindestens genauso überrascht war ich jedoch, als ich mich im Vorfeld der Reise mit der lokalen Küche beschäftigte. Auf einer klassischen Triestiner Speisekarte findet man nur wenige Gerichte, die man auf den ersten Blick der italienischen Küche zuordnen würde. Vielmehr spiegelt die Küche aufgrund ihrer Geschichte und geografischen Lage eine spannende Mischung aus österreichischen, slowenischen und italienischen Einflüssen wider. Statt Pizza und Pasta weckten vor allem Jota, eine Krautsuppe mit Bohnen, Gulasch alla Triestina, eine Variante des österreichisch-ungarischen Klassikers, und Frico, ein traditionelles Gericht aus Käse, Kartoffeln und Zwiebeln aus Friaul, mein Interesse.
Mit einer klaren Vorstellung davon, was wir probieren wollten, machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Restaurant. Schließlich wurden wir fündig und kehrten in die urig eingerichtete Trattoria Mara ein.
Reserviert hatten wir nicht. Glücklicherweise waren wir jedoch pünktlich zur Öffnung um 12:00 Uhr dort und bekamen gerade noch einen Tisch. Wir gehörten zu den ersten Gästen, doch schon wenige Minuten später war das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt – überwiegend mit Einheimischen, daneben aber auch mit einigen Touristen.
Bestellt wurden genau die Gerichte, auf die ich gehofft hatte: Jota, Gulasch mit Gnocchi sowie Frico mit Polenta. Es war spannend zu sehen und zu schmecken, wie deutlich jedes Gericht von seinen jeweiligen Einflüssen geprägt war. Besonders hervorheben möchte ich das Gulasch mit den Gnocchi. Für mich war es zwar kein völlig neues Geschmackserlebnis, aber eine hervorragend zubereitete und intensiv schmeckende Variante des heimischen Gulaschs.



Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Kathedrale San Giusto. Der kurze, aber durchaus steile Anstieg wurde mit einer schönen Aussicht über die Stadt belohnt. Wieder unten angekommen, führte unser Weg zunächst zu Gelateria Marco. Genau deshalb hatten wir uns zuvor in der Trattoria gegen ein Dessert entschieden.
Nach einer kurzen Pause in der Sonne ging es weiter zum Caffè Tommaseo, einer wahren Institution unter den Triester Kaffeehäusern. Sowohl das Caffè Tommaseo als auch das direkt an der Piazza Unità d’Italia gelegene Caffè degli Specchi waren preislich zwar erwartungsgemäß eher hoch angesiedelt. Trotzdem wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einen Blick in diese traditionsreichen Kaffeehäuser im klassischen Wiener Stil zu werfen.
Damit endete auch unser Rundgang durch Triest. Entlang der Kanäle machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zum Bahnhof und zurück nach Udine.

Triest hat es mir wirklich angetan. Die Kombination aus Wiener Architektur und venezianischem Flair, gepaart mit einer außergewöhnlichen Küche, macht die Stadt für mich einzigartig. Für einen Tagesausflug eignet sie sich perfekt – und ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch gewesen sein wird.
Matchday
Nach diesem schönen Tagesausflug waren wir nun wieder im regnerischen Udine und in unserer Unterkunft angekommen, wo wir uns nach einer kurzen Rast noch mit Juventus-Trikots und Schals ausstatteten, bevor wir uns auf den Weg zum etwas außerhalb gelegenen Bluenergy Stadium, der Heimstätte des Udinese Calcio, machten. Mit der Bushaltestelle direkt vor der Haustür und der Linie 9 war das Stadion in rund 15 Minuten erreichbar. Trotz einer kleinen Verspätung verlief die Anreise also recht unkompliziert.
Wir hatten Sitzplätze in der Curva Sud M2, was uns von der Busstation aus dazu zwang, das Stadion einmal komplett von außen zu umrunden. Aufgrund des starken Regens und der doch kühleren Temperaturen durchaus unangenehm. Auch der teilweise fehlende Gehweg rund um das Stadion sorgte nicht gerade für einen gelungenen Start in unseren Fußballabend.
Irgendwann kamen wir dann doch bei unserem Gate an und fanden uns nach weiterem Warten im Regen und einer kurzen Kontrolle schließlich völlig durchnässt im trockenen Stadion wieder. Selten hat ein wärmender Espresso vom Stadionbuffet besser geschmeckt.
Aufgrund der Busverspätung und der Umrundung des Stadions waren wir erst rund 30 Minuten vor Anpfiff auf unseren Plätzen. Es blieb aber trotzdem noch genügend Zeit, das bis 2016 umgebaute Bluenergy Stadium etwas genauer zu bestaunen. Vom ehemaligen Stadio Friuli blieb lediglich die markante Haupttribüne erhalten. Die restlichen Tribünen wurden neu errichtet und die Laufbahn entfernt. Insgesamt hatte ich das Stadion anders in Erinnerung und war zugleich positiv überrascht als auch beeindruckt.


Das Stadion war ausverkauft und vor allem auf der Seite des Auswärtssektors bis hin zur Mittellinie waren die Tribünen durchaus von Juventini geprägt. Zeitweise hatte man fast das Gefühl eines Heimspiels. Das ist in Udine allerdings nichts Ungewöhnliches, da dieses Spiel aufgrund der kurzen Anreise vor allem für viele Juventini aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum ein Fixtermin im Kalender ist.
Das Spiel wurde traditionell mit der Serie-A-Hymne und einem begleitenden Pfeifkonzert der Fans eingeleitet. Auf Juve-Seite wurde es danach allerdings für einige Zeit ruhig. Grund dafür war wieder einmal ein Stimmungsboykott der Ultras aufgrund der hohen Ticketpreise im Auswärtssektor. So hörte man in der Anfangsphase ausschließlich die Udinese-Tifosi, die zumindest nicht bei mir für ihre gute Stimmung bekannt sind.
Nach einigen Minuten ließ dann aber auch der Juve-Block wieder etwas von sich hören, wodurch insgesamt eine angenehme Atmosphäre mit Support auf beiden Seiten entstand. Große Höhepunkte gab es zwar nicht, dennoch hallte immer wieder ein lautes „JUVEE, JUVEE, ALLEZ ALLEZ ALLEZ“ durchs Stadion und ließ einen kurz vergessen, dass es sich eigentlich immer noch um ein Auswärtsspiel handelte.
Eine erschreckend schwache Mannschaft aus Udine lud Juventus mehrmals dazu ein, ein Torfestival zu veranstalten. Juve lehnte aber meist dankend ab und so blieb es mit dem Treffer von Boga in der ersten Halbzeit beim einzigen Tor des Abends. Mein persönliches Highlight war ohnehin, fast eine ganze Halbzeit den bestens aufgelegten Kenan Yıldız direkt auf meiner Seite, auf dem linken Flügel immer wieder nach innen ziehend, hautnah erleben zu dürfen.
Mittlerweile wieder gut getrocknet machten wir uns nach dem Schlusspfiff auf den Rückweg zur Unterkunft, nachdem wir ein durchaus ansehnliches, gemessen an den Spielanteilen aber doch sehr einseitiges Spiel erleben durften.
Da es bereits 23:00 Uhr war, fuhr planmäßig nur noch ein Bus Richtung Innenstadt und zu unserer Unterkunft. Als dieser auch nach knapp einer halben Stunde noch immer nicht erschien, wurden wir langsam etwas nervös. Glücklicherweise entschied er sich dann doch noch, uns aufzugabeln und sicher zurück zur Unterkunft zu bringen.
Ticketing
Der Ticketkauf für ein Serie-A-Spiel in Udine ist wirklich unproblematisch. Dieser wird über Ticketone abgewickelt, welches auch über den Ticketshop von Udinese erreichbar ist [über Ticketone.it kaufen].
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Ein Ticket kann grundsätzlich von jeder Person erworben werden, unabhängig vom Wohnort. Anders als noch ein paar Wochen zuvor in Parma. Einen näheren Einblick dazu findet ihr im entsprechenden Beitrag.
So stand ich auch dieses Mal wieder vor der Wahl, ein Ticket für den Auswärtssektor oder einen Sitzplatz zu kaufen. Gegen den Auswärtssektor spricht in Italien für mich grundsätzlich die zusätzliche Stunde, die man nach Spielende meist noch einplanen muss, bis die Tore endlich geöffnet werden. Zudem war ich dieses Mal gemeinsam mit meiner Verlobten unterwegs, weshalb ich mich für die entspanntere Variante, einen Sitzplatz, entschied.
Meine Wahl fiel auf die Curva Sud M2, einen der günstigeren Sitzplatzsektoren. Günstig ist dabei allerdings relativ, war mir dieser Stadionbesuch doch schmale 65 € pro Ticket wert. Im Auswärtssektor hätte ein Ticket wohl traditionell rund 40 € gekostet. Diese Ticketpreise bringen nicht nur die Ultras regelmäßig zum Boykott, sondern ehrlich gesagt fast auch mich. Leider aber eben nur fast und so versenkte ich auch dieses Mal wieder 130 €.
Der Ticketkauf selbst funktionierte problemlos und mittels Print@Home-Option gelang auch der Eintritt ins Stadion ohne Probleme. Meiner Erfahrung nach ist es bei einem Heimspiel in Udine auch nicht unbedingt erforderlich, direkt zum Verkaufsstart online zu sein. Selbst einige Zeit später finden sich meist noch genügend verfügbare Sitzplätze. Möchte man aber kein Risiko eingehen oder einen bestimmten Platz auf einer bestimmten Tribüne haben, empfehle ich dennoch, zeitig zu kaufen.
Udine und Heimreise
Am nächsten Tag erwartete uns gegen 15:00 Uhr der Start unserer Heimreise. Wieder ging es vom Bahnhof Udine mit Trenitalia los – mit einem budgetbewussten Umstieg in Tarvisio, knapp 50 Minuten Wartezeit und anschließenden 4 Stunden und 25 Minuten Zugfahrt bis nach Wien.
So blieb noch genügend Zeit, die Stadt Udine zu erkunden und natürlich auch noch einmal kulinarisch tätig zu werden.
Von perfektem italienischem Frühlingswetter gesegnet starteten wir am Vormittag unseren Spaziergang durch die Stadt. Als ersten Boxenstopp nutzten wir wieder eine Pasticceria, wo es Brioche und Kaffee gab. Beides gut, konnte allerdings nicht mit dem Frühstück vom Vortag mithalten.

So schlenderten wir weiter durch die Altstadt, vorbei am Dom und hinauf zum Castello. Von dort aus bot sich uns eine ausgesprochen schöne Aussicht über die Stadt. Generell hat mich Udine mehr als überrascht. Bisher war die Stadt für mich eher Zwischenstopp auf dem Weg ans Meer oder eben Austragungsort eines Fußballspiels. So kannte ich bislang eigentlich nur die eher tristen äußeren Teile der Stadt. Dass Udine aber eine so schöne, fast schon klassisch italienische Altstadt zu bieten hat, begeisterte mich umso mehr. Schließlich ist neben der Enttäuschung auch die Begeisterung eine Tochter der Erwartung.



Nach einer ausgiebigen Erkundungstour war es Zeit, ein Restaurant aufzusuchen. Da wir mittlerweile schon sehr hungrig waren, entschieden wir uns für eine unkomplizierte Variante und kehrten im Peperino Udine ein – einer Kette mit Standorten quer durch Italien und einer Karte voller italienischer Klassiker.
Wir entschieden uns für eine Pizza Diavola und eine Spaghetti Carbonara. Beides war für eine Kette überraschend gut. Die Pizza im neapolitanischen Stil überzeugte genauso wie die traditionelle Carbonara mit Guanciale. Ein voller Erfolg. Bilder kann ich davon leider keine liefern – der Hunger war scheinbar doch zu groß.
Auf dem Weg Richtung Bahnhof stolperten wir noch über den kleinen Gelato-Laden „Accademia del Gelato“, wo wir einen kurzen Halt für ein Gelato im Brioche einlegten. Absolut empfehlenswert und für mich das beste Gelato dieser Reise. Auch hier leider ohne Beweisbild.
Nächster und vorletzter Halt war ein Conad in der Innenstadt, wo wir uns noch mit allen notwendigen italienischen Lebensmitteln versorgten, die man zu Hause eben so braucht. Mit drei vollen Sackerln (zu Deutsch: Tüten) und fast 90 € weniger in der Tasche ging es nun aber wirklich Richtung Bahnhof.
Dort wollten wir uns vor der Abfahrt noch einen kleinen Espresso im Bahnhofscafé gönnen, welches allerdings sonntags geschlossen hatte. Auf den letzten Caffè wollten wir aber trotzdem nicht verzichten. Also ging es mitsamt dem Gepäck noch einmal raus aus dem Bahnhof und rein ins nächste Café, wo wir unsere schöne Reise und ein abwechslungsreiches Wochenende Schluck für Schluck ausklingen ließen.
Fazit
Wieder zurück in Wien bleibt ein wunderschönes und vor allem abwechslungsreiches Wochenende in Erinnerung. Wir haben es geschafft, in nicht einmal drei ganzen Tagen eine kleine Wanderung in den Julischen Alpen zu machen, mit Triest und Udine zwei Städte zu besuchen und als Krönung natürlich noch ein Serie-A-Spiel vor Ort mitzuerleben.
Die gesamte Planung hat bestens funktioniert und kann ich demnach genau so weiterempfehlen. Wenn man also aus Österreich oder über Österreich einen Trip nach Udine plant, kann ich einen Zwischenstopp in Tarvisio jedem ans Herz legen, der nicht nur etwas sparen, sondern auch ein bisschen Zeit in der Natur verbringen möchte. Nach einer mehrstündigen Zugfahrt gibt es wohl auch kaum eine bessere Medizin, als sich in einer ruhigen Schlucht mit einem rauschenden Fluss etwas die Füße zu vertreten und den Kopf freizubekommen.
Wie oben bereits geschildert, haben mich auch die beiden Städte Triest und Udine überzeugt. Triest mit seinem einzigartigen Vibe ist absolut sehenswert und war mein städtisches Highlight dieser Reise. Aber auch Udine konnte mich wider Erwarten überzeugen und ist für einen Tagesausflug in Kombination mit einem Fußballspiel definitiv zu empfehlen.
Das Spiel zwischen Udinese Calcio und Juventus Turin im Bluenergy Stadium war letztlich ein durchschnittliches Serie-A-Erlebnis, mit gutem Espresso, guter, wenn auch nicht überragender Stimmung und einem durchaus ansehnlichen, wenn auch recht einseitigen Spiel. Jedenfalls Calcio pur – und genau deshalb wird Udine auch nächste Saison wieder den Weg in meinen Kalender finden, wenn meine Juve dort zu Gast ist.
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