eastbound I – Peking
5 Tage in der Hauptstadt Chinas
Zwischen der Verbotenen Stadt, Hutongs und der Küche Pekings.
Einleitung
Im Zuge unserer 7-monatigen Reise durch Asien zog es uns zuallererst in den Nordosten Chinas und damit auch gleich in die Hauptstadt der Volksrepublik. Ehrlicherweise hatte ich im Vorfeld zu dieser Stadt nur wenige Bilder im Kopf und doch war es klar, dass sie Teil der Reise sein wird. Etwas Recherche und Planung zeigte auch warum. Eine Stadt mit verschiedenen Facetten sollte auf uns warten, eine Stadt im Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen traditionellen Hutongs, welche noch aus der Zeit der Mongolenherrschaft in Peking stammen, und modernen Stadtvierteln mit beeindruckenden Skylines.
Die erste Challenge für uns war es, die Dauer des Aufenthalts zu bestimmen. Letztlich blieben wir vom 8. – 12. September, hatten also 4 Nächte und knapp 5 Tage, um die Stadt zu erkunden. Einen Tag hatten wir aber natürlich für den obligatorischen Tagesausflug zur Chinesischen Mauer reserviert. Die restliche Zeit blieb ausschließlich für die Stadt selbst und sollte vor allem dazu dienen, die Stadt wirklich zu erleben, trotz des kurzen Aufenthalts einen gewissen Alltag zu schaffen und vor allem die lokale Küche kennenzulernen. Im Folgenden möchte ich unseren gesamten Pekingaufenthalt Tag für Tag Revue passieren lassen und festhalten, wie wir die Stadt erlebt haben.
Tag 1 – Dienstag, 8. September
Mittags gelandet am Peking Daxing International Airport, mussten wir direkt die erste Abwägung treffen. Ziel war es, zu unserer Unterkunft in Süd-Peking zu gelangen. Zur Auswahl stand die entspannte und teurer erscheinende Variante mit DiDi, dem chinesischen Uber, oder die gewohnte Budget-Variante: Airport Express in die Stadt, gefolgt von einer längeren Subway-Fahrt inklusive mehrerer Umstiege. Überraschenderweise stellte sich die komfortablere Option als ungefähr gleich teuer heraus, mit 97 CNY für 2 Personen. Nach einer doch langen Anreise aus Wien kam uns das gelegen, wehrten uns nicht gegen den Komfort und traten sogleich unsere erste DiDi-Fahrt an – 40 Minuten bis zum Hotel. Bereits bei der Buchung und dem Ablauf des Pick-ups zeigte sich die praktische und unkomplizierte Seite Chinas. Klar und unverfehlbar wird man von Pfeilen am Boden des Airports zum Pick-up-Spot im P1 – Parkhaus navigiert, wo trotz eines hohen Andrangs nach nicht einmal 5 Minuten bereits der Fahrer eintraf. Denkbar unkompliziert – vor allem am Anreisetag besonders gern gesehen.
Im Hotel angekommen, kurz gerastet, versucht nicht einzuschlafen, um so den Jetlag auszudribbeln, hatten wir gleich Lust, in die Stadt zu fahren und etwas zu spazieren. Wir wählten unser Hotel auch aufgrund der Lage, direkt an der U-Bahn-Linie 8, mit welcher man ohne Umstieg viele spannende Gegenden erreicht. An diesem Tag wählten wir den Drum Tower als Ausgangspunkt, perfekt gelegen, um die umliegenden Hutongs zu erkunden. Unsere Runde startete beim Qianhai Lake, in einer eher touristischen Area, wo wir uns mit den Massen treiben ließen, bis wir relativ bald mal in eine Gasse abbogen und dem Trubel auswichen.



Bewusst ohne konkretes Ziel spazierten wir durch die umliegenden Hutongs. Die Reaktionen der Bewohner verrieten, dass es Touristen hier nicht so oft hinverschlägt. Kinder lachten und winkten uns zu, andere starrten uns einfach an. Von positiven bis negativen Reaktionen war alles dabei, wir fielen aber jedenfalls auf – etwas, was sich zu keiner Zeit in Peking ändern sollte.
Schon bald meldeten sich unsere Mägen und es war Zeit für die Küche Pekings, das erste Mal zu zeigen, was sie so drauf hatte. Es verschlug uns in Deshengmen in einen zufälligen Laden.

Mittels QR-Code am Tisch bestellten wir uns einmal den Tisch voll. Eine Art Chinakohlsalat, zwei Sorten Dim Sum und Zhajiangmian, der Pekinger Klassiker – handgezogene Nudeln, die mit fermentierter Bohnenpaste und verschiedenem frischem und eingelegtem Gemüse serviert werden, traditionell zum Selbermischen. Ein unglaublich tiefer, komplexer Geschmack und für mich ganz klar der Star am Tisch trotz hochkarätiger Konkurrenz. Alles war unfassbar lecker und ich fühlte mich das erste Mal in China angekommen.


Nach diesem Festmahl ließen wir uns weitertreiben, bis unsere Runde in Shichahai beim Lotusblütenteich endete, wo wir bei Sonnenuntergang mittelmäßigem, offenbar traditionellem Gesang lauschten, was dem Vibe aber keinen Abbruch tat.

Tag 2 – Mittwoch, 9. September
Den zweiten Tag starteten wir im angrenzenden Citizen’s Park mit einer kleinen Trainingseinheit. Der Park hatte sporttechnisch einiges zu bieten und lud mit seinen Tennis-, Basketballplätzen, Tischtennistischen und einem Calisthenics-Park nicht nur uns zum Morgensport ein. Schon öfter hatte ich davon gehört, dass sich viele Chinesen früh morgens in Parks einfinden und verschiedensten Aktivitäten nachgehen. Dies konnte ich nun auch bestätigen.



Tiananmen-Platz
Heute stand der klassische Touri-Tag in Peking an. Vom Tiananmen-Platz sollte es über die Verbotene Stadt zum Jingshan Park gehen – drei der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten wie auf einer Schnur aufgefädelt. Für den Tiananmen-Platz benötigt man eine Vorabreservierung, die allerdings kostenlos ist. Man kann diese über das WeChat-Miniprogramm abschließen. Eine Reservierung vor Ort ist nicht möglich. Im Miniprogramm kann man den bevorzugten Eingang wählen. Der Platz liegt im Süden unserer Drei-Stopp-Kette, somit war es für mich naheliegend, vom Süden kommend auch den Südost-Eingang zu wählen.
Direkt bei der U-Bahn-Station bildete sich eine Warteschlange, die wir inklusive Passkontrolle relativ schnell passierten.


Danach musste man doch ein gutes Stück entlang der Straße gehen und wir erkannten eine weitere Warteschlange, dieses Mal deutlich länger. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir insgesamt drei Checkpoints mit Pass-, Ticket- und/oder Körperkontrolle zu passieren hatten.

Gesamt warteten wir 2 Stunden und 15 Minuten. Ich weiß nicht, wie der Einlass bei anderen Eingängen abläuft – diesen kann ich jedenfalls nur eingeschränkt empfehlen.
Endlich am Tiananmen-Areal angekommen, bogen wir direkt in eines der ersten Restaurants ein. Dort gab es für uns ein paar Stimmungsaufheller in Form von Baozi, eingelegtem Gemüse, Wan-Tans und einer Nudelsuppe mit geschmortem Rind.


Im Restauranteingang war ein Bubble-Tea-Shop eingegliedert, weshalb unser Nachtisch auch direkt feststand. Mit vollem Magen und Tee in der Hand schlenderten wir schlürfend Richtung Tiananmen-Platz, dem größten befestigten Platz der Welt. Die Größe war durchaus beeindruckend, vor allem unter dem Licht der politischen Bedeutung, letztlich aber ein riesiger Platz, der uns zur Verbotenen Stadt führte.


Die Verbotene Stadt
Das Gesicht Maos auf der Außenwand war bereits vom Anfang des Platzes zu erkennen.

Wir befürchteten beim Einlass in die Verbotene Stadt nun wiederum eine unverhältnismäßige Kontrolle und Wartezeit, wurden hier aber positiv überrascht: Höchstens 2–3 Minuten und wir standen bereits im Inneren. Auch für die Verbotene Stadt musste man im Vorfeld Tickets kaufen, hierbei aber kostenpflichtig und über die offizielle Website. Mit knapp 60 CNY aber durchaus fair. Wir buchten neben dem Palace Museum, was quasi das Ticket für die Verbotene Stadt ist, auch noch Tickets für 2 andere Ausstellungen (je 10 CNY p. P.), welche wir im Endeffekt aber nicht besuchten.
Die Verbotene Stadt war stark besucht und nicht minder beeindruckend. Hier half es mir, mich im Vorfeld etwas in die Geschichte einzulesen, um so auch die Wucht dieses Bauwerks und die Hintergründe verstehen zu können. Nichtsdestotrotz reichte uns anstatt der empfohlenen 3 Stunden eine gute Stunde Aufenthalt. Wirklich beeindruckend und ein Must-see beim Peking-Besuch.


Da derartige Sehenswürdigkeiten von mir aber meist eher stiefmütterlich behandelt werden und diese für mich meist wenig über die Stadt selbst aussagen, war ich auch froh, diese Punkte abgehakt zu haben.
Jingshan Park
Vom nördlich angrenzenden Jingshan Park wird einem eine beeindruckende Sicht über die vorherigen Tourpunkte sowie 360 Grad über Peking geboten.


Hierfür kann man das Ticket vor Ort ohne große Wartezeit kaufen, für umgerechnet nicht mal einen Euro. Für mich absolut lohnenswert!
Modernes Peking
Nach dem historischen Schwerpunkt am Vormittag und Mittag hatten wir nun Lust, die diametral entgegengesetzte Seite Pekings zu erkunden. Dafür machten wir uns auf in eines der hochmodernen Viertel der Stadt. Mit der Linie 6 nach Dongdaqiao, nachdem wir bei Dongsi durch den Longfu Plaza schmökerten und auch einen weiteren Wiener Export antrafen.


Ziel war ein modernes Einkaufszentrum, das Parkview Green, wo wir auch gerne in einem Lokal eingekehrt wären. Die fast europäischen Preise schreckten uns ab und so wussten wir, dass es Zeit war, die weltbekannte Peking-Ente zu testen.


Glücklicherweise war ein Restaurant, welches uns empfohlen wurde, nicht weit entfernt. Die Ente war so gut, dass es mir nicht möglich war, ein vernünftiges Foto davon zu machen. Klassischerweise wurde sie so tranchiert, dass jedes Stück dem anderen glich, mit einem Teil knuspriger Haut und einem Teil saftigem Fleisch. Man bastelt sich damit mit hauchdünnen Pancakes, frischem und eingelegtem Gemüse und der Signature-Sauce Biss für Biss einen kleinen Wrap – wirklich ein schmackhaftes Erlebnis. Der Preis ist mit 25 Euro für zwei Personen für chinesische Verhältnisse natürlich gehoben, aber für eine ganze Ente, in dieser Qualität und diesem Handwerk zubereitet, jeden Fen wert.


Nach einem weiteren Festmahl spazierten wir etwas durch das Viertel und ließen die hochmoderne Umgebung auf uns wirken, bis wir bei der Linie 1 ankamen und so wieder Richtung Hotel fuhren.
Tag 3 – Donnerstag, 10. September
Am dritten Tag stand mein persönliches Highlight an: die Chinesische Mauer. Schließlich war dieses Bauwerk jenes, welches ich seit Kindheitstagen mit China verbinde und schon damals meine Faszination für dieses Land weckte. An diesem Tag sollte ich mir also einen kleinen Kindheitstraum erfüllen und selber auf der berüchtigten Großen Mauer stehen. Welchen Abschnitt wir gewählt hatten, wie An- und Abreise aus Peking verlief und wie die Erfahrung für uns als Gesamtes war, erzähle ich im Beitrag zur Chinesischen Mauer.
In der Nacht vor der Mauer waren wir scheinbar ziemlich aufgeregt oder der Jetlag holte uns ein, jedenfalls konnten wir keinen Schlaf finden. Ich hatte Hunger und so gingen wir um kurz nach Mitternacht nochmal vor die Tür. Gesegnet mit der Lage unseres Hotels konnten wir auch zu dieser Uhrzeit zwischen verschiedensten Restaurants auswählen. Die Wahl fiel auf ein uigurisches Restaurant, welches neben einem Wahnsinns-Tofustreifen-Salat auch Stir-fried Beef mit Chilis und Bohnen zu bieten hatte. Hier durfte ich das erste Mal erfahren, wie velvetiertes Rindfleisch tatsächlich sein sollte. In Europas China-Restaurants wird meiner Erfahrung nach dieser Effekt selten mit diesem Ergebnis erreicht.


Neben unglaublich leckerem Essen hielt dieses Restaurant auch einen neuen Freund für uns bereit, mit dem wir während des Essens etwas mittels Google Translate plauderten.
Am Abend nach der Mauer spazierten wir noch etwas in der Stadt und erkundeten die Gegenden Qianmen und Dashilan. Hier wurde vor allem viel Streetfood geboten und es machte Spaß, einfach durch die belebten Straßen zu schlendern.

Für unser abendliches Mahl verschlug es uns wiederum in ein zufälliges Restaurant, welches für uns einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.



Mittlerweile bekamen wir immer mehr das Gefühl, in Peking gar nicht schlecht essen zu können. Eine Recherche vor einem bevorstehenden Restaurantbesuch ist hier obsolet, man lässt sich einfach in eines der unzähligen Restaurants treiben und bestellt einmal quer durch die Karte. Man wird garantiert nicht enttäuscht.
Tag 4 – Freitag, 10. September
Nach einem intensiven Vortag auf der Mauer und in der Stadt am Abend schliefen wir etwas länger und starteten unseren Morgen bereits am Nachmittag, wiederum im Citizen’s Park für ein kleines Krafttraining und einen anschließenden Besuch bei Luckin Coffee, mittlerweile fast schon Tradition.
Heute stand ohnehin kaum Programm an, wir hatten lediglich vor, die Gegend rund um Yongdingmen und den Himmelstempel zu erkunden. Den Himmelstempel selbst skippten wir allerdings bewusst – einen Tempel hatten wir schließlich schon gesehen. Die Gegend drumherum hat uns aber dennoch sehr gut gefallen.
Highlight war für mich die beste Version von Zhajiangmian der letzten Tage. Auch die gekochten Erdnüsse waren ein Traum.


Mittlerweile hatten wir fast sämtliche gekühlten Tees der Convenience Stores während unserer Spaziergänge getestet, und so machten wir den restlichen Tag auch nichts anderes mehr, als langsam den Vibe der Stadt aufzunehmen.

Tag 5 – Samstag, 11. September
Der letzte Tag in Peking war kein ganzer Tag, da um 20:36 Uhr unser Nachtzug nach Chengdu gehen würde. Wir hatten in unserem Hotel Late Check-out inkludiert, wovon wir auch Gebrauch machten.
Zuvor noch eine letzte Runde im Citizen’s Park, ein kleines Malatang-Frühstück, gefolgt von ein paar leckeren Baozi aus dem Supermarkt und einem Bubble Tea von Mixue. Letzteres ist uns in den paar Tagen schon ans Herz gewachsen war. Hier gibt es unglaublich gute Bubble Teas und andere Spaßgetränke zu, aus österreichischer Sicht, lächerlich günstigen Preisen.


Schließlich hieß es für uns zunächst von unserer Unterkunft und unserer Hood der letzten Tage Abschied zu nehmen und so steuerten wir direkt die Fengtai Railway Station an, von der am Abend unser Zug nach Chengdu gehen sollte.
Nachdem wir an der Gepäckaufbewahrung am Bahnhof scheiterten, gingen wir vollgepackt in Richtung Xinfeng Alley, wo ein Restaurant auf das nächste folgte. Wir entschieden uns für ein Restaurant, welches sich der muslimischen Shanxi-Küche verschrieben hatte. Wie es geschmeckt hat, erwähne ich hier nicht weiter.



Mit zwei weiteren Getränken vom Schneemannkönig (Mixue) ging es nun auf einen letzten Spaziergang durch Peking und Fengtai. Rund 2 Stunden vor Abfahrt fanden wir uns am Bahnhof ein und sagten Peking zumindest für dieses Mal Lebewohl.

Wie unsere Reise mit dem Nachtzug von Peking nach Chengdu vonstattenging, schildere ich in einem eigenen Erfahrungsbericht.
Hotel
Als Unterkunft für unseren Pekingaufenthalt wählten wir das VX Hotel in Daxing, im Süden Pekings gelegen. Gebucht haben wir über Trip.com und bezahlten für 4 Nächte 96 Euro, wodurch es vor allem in China für uns doch zu den teureren Hotels zählte.
Wir entschieden uns aber vor allem aufgrund der Lage dennoch dafür und wurden dafür auch belohnt. Das Hotel ist fußläufig 5 Minuten von Wufutang (Subway Station Linie 8) entfernt, mit der man ohne Umstieg ins Stadtzentrum kommt. Neben der Anbindung hat uns auch die Gegend rund um das Hotel mit ihren Parks und vielen Restaurants und Cafés sehr, sehr gut gefallen.

Das Hotel selber war gut, aber nicht sehr gut. Mit Sicherheit war einer der Minuspunkte, dass wir kein Fenster im Zimmer hatten und dadurch nicht lüften konnten. Das Zimmer war zwar grundsätzlich ein Nichtraucherzimmer, man wurde aber dennoch bei jedem Eintritt mit einem kräftigen Zigarettengeruch begrüßt. Mit der Klimaanlage bekam man diesen aber glücklicherweise ganz gut weg.
Ansonsten war das Zimmer sauber und ließ fast keine Wünsche offen. Ein etwas stärkerer Wasserdruck in der Dusche wäre aber durchaus willkommen gewesen.
Ich würde das Hotel also durchaus weiterempfehlen, würde aber im Idealfall – falls vorhanden – ein Zimmer mit Fenster wählen. Für uns auch eine Devise für die restliche China-Reise, da in China auch gerne in Hotelzimmern geraucht wird.
Fazit
Peking hat mich in diesen 5 Tagen mehr als überzeugt und gesellt sich direkt zu meinen bisherigen Lieblingsstädten. Ich habe selten so oft so gut gegessen. Egal ob am Bahnhof, im Touristenviertel oder in irgendeiner abgelegenen Gasse – man wurde nicht enttäuscht, weder geschmacklich noch preislich.
Die Pekinger Küche zählt von nun an mit Sicherheit zu meinen liebsten. Besonders Zhajiangmian und die verschiedensten Baozi, welche ich natürlich auch schon aus Europa kannte, aber bei Weitem nicht mit diesen Geschmacksprofilen, haben mich verzaubert. Im Grunde hat mich aber annähernd jedes Gericht in Staunen versetzt und ich müsste schon fast jedes Einzelne nochmals gesondert hervorheben.
Neben der Küche haben mich auch die Menschen Pekings mit ihrer entspannten, reservierten, aber doch freundlichen Art begeistert. So konnte man öfter Situationen beobachten, wie dass z.B. ein Mopedfahrer einen anderen, stehenden Mopedfahrer auf der Kreuzung beim Abbiegen leicht touchiert und letzterer nicht Mal mit der Wimper zuckt. In Wien würde man für eine vergleichbare Aktion einmal durch das Alphabet beleidigt werden.
Dass so gut wie niemand auch nur ein Wort Englisch spricht, hat mich in diesem Ausmaß dann doch überrascht und sicherlich auch zu der einen oder anderen eigenartigen Interaktion geführt. Mit der Übersetzungs-App ließ sich aber jede Situation einfach lösen.
Die Stadt selbst hat mir ebenso sehr gut gefallen. Sehr einfach und praktisch, sei es das Öffi-System oder das ausschließlich digitale Bezahlsystem. Auch die Dichte an öffentlichen Toiletten in der Stadt möchte positiv hervorheben. Peking hat viele schöne Gegenden zu bieten, auch abseits der bekannten Touristen – Spots. So ist auch für jeden etwas dabei, moderne Businessviertel, aber auch alte Hutongs.
Die von uns besuchten Sehenswürdigkeiten sind auch vor allem aufgrund ihrer historischen und politischen Bedeutung jedenfalls einen Besuch wert. Peking hätte sicher noch weitere Tempel und spannende Gegenden zu bieten, uns ging es aber darum, nicht alles Sehenswerte abzuklappern und in ein paar Tage reinzuquetschen, sondern die Stadt lieber reduzierter und dafür entspannter kennenzulernen. Man kann ohnehin nie alles sehen, auch nicht mit durchgetakteten Tagesplänen.
Für uns war dieser Ansatz genau der Richtige, genau wie die Dauer des Aufenthalts. Peking wird uns in guter Erinnerung bleiben und uns sicher irgendwann wieder einmal begrüßen dürfen. Unser Pekingaufenthalt kann natürlich gerne genau so nachgemacht werden, kann aber vor allem auch dazu animieren, eine Stadt vielleicht auch mal auf eine andere Weise kennenzulernen.
